Linsen, Tüll und Bollywood…

… diese Woche war für mich indische Woche 🙂 T. ist nicht da und ich habe seit einer gefühlten Ewigkeit mal wieder indisch gekocht. Einmal Dal aus roten Linsen und gestern Gemüsecurry. Boah, ich hatte schon total vergessen, wie geil indisches Essen schmeckt!! Ich liebe die vielen Gewürze, es duftet so wunderbar, es ist so schön scharf – genau richtig für dieses wunderbare Hochsommerwetter! Zum Essen habe ich dann einen Bollywood-Schinken laufen lassen – hab ich allerdings nicht bis zum Ende ertragen können. Keine Ahnung, wie ich das früher gemacht habe! Aber heutzutage ertrage ich die Musik nicht mehr wirklich, früher war sie mal mein Non plus ultra.

Mit 16 hatte ich einen pakistanischen Freund, der hatte mir die Filme und die Musik nahegebracht. Allerdings war es damals sehr viel schwerer, da ranzukommen, heute braucht man nur Youtube. Mit ihm habe ich samstags oft seine Kumpels im Studentenheim besucht, dann gab es immer so geiles Essen, das mir öfter mal die Tränen in die Augen trieb vor Schärfe. Lecker war es trotzdem 🙂 Mein Freund arbeitete schon, ich ging noch zur Schule. Tagsüber hatte ich mir einige Freiheiten erkämpft bei meinem Vater, so durfte ich nachmittags alleine rumrennen und auch am Wochenende unterwegs sein. Allerdings niemals am Abend, nur tagsüber. Und solange ich unter der Woche abends pünktlich bei meiner Mutter und ihrer Putzstelle war (wo ich täglich mitarbeiten musste), gab es auch kein Gemecker. Sehr pünktlich und zuverlässig war ich ja auch damals schon gewesen. Nun, so hatte ich öfter Tagesfreizeit und besuchte dann oft die Kumpels im Studentenheim. Es gab immer Chai-Latte (damals kannte das hier noch keiner, er kam auch nicht aus der Maschine, sondern aus einem alten Milchtopf!) und oft auch leckeres Essen, das ich immer gerne annahm. Ich war gerne mit den Leuten zusammen, sie waren allesamt nett und lustig. Naja, irgendwann trennten sich unsere Wege. Danach hatte ich  noch einen Freund aus Pakistan, der mir das Herz brach. Vielleicht kann ich die Musik deshalb nicht mehr ertragen, weil traurige Erinnerungen hochkommen, die längst verschüttet waren.

Tja, und ich sorge mich sehr um meinen Kollegen…. keine Ahnung, was ich tun soll. Er ist ein sehr lieber Mensch, dazu noch immer witzig und ungeheuer kreativ. Leider läuft es in seinem Privatleben nicht so doll. Er hat eine verheiratete Freundin, die eine Wochenendehe führt, das läuft schon seit Jahren so. Und es bereitet ihm enormen Frust, den er dann wegsäuft – natürlich gibt er das nicht zu, aber ich kann mir das zusammenreimen. Ich merke, wenn er echt lustig ist und wenn er nur den Pausenclown spielt. Sein Elternhaus war auch ähnlich chaotisch wie meines, also auch schon vorgeschädigt. Und dann kam auch noch diese Frau… er bräuchte eine liebe, nette Frau, die für ihn da ist. Er kann seiner Freundin aber auch nicht aus dem Weg gehen, da er mit ihr im Team arbeiten muss. Sie nutzt ihn nur aus, braucht nur unter der Woche einen Stecher… tragisch, wie er sein Leben so verschwendet! Und man kann absolut nichts tun, sie sind ja beide erwachsene Menschen. Also muss man zusehen, wie er sich zu Tode säuft?! Mann, warum ist nur alles so kompliziert…

Aber es gibt noch was Positives: Flug, Unterkunft und Mietwagen sind gebucht 😀 Und ich habe roten und blauen Tüll bestellt, will noch einen Harley-Quinn-Tüllrock nähen, momentan macht mir das Basteln ja wieder richtig Spaß.

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